Monte Panda – Mirco Grasso erzählt von Afrikas senkrechter Wildnis

Monte Panda – Mirco Grasso erzählt von Afrikas senkrechter Wildnis

Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann ich zum ersten Mal vom Monte Panda gehört habe.
Wahrscheinlich 2023, als Samuele mir einige Fotos aus Mosambik zeigte. Damals habe ich dem Ganzen nicht viel Bedeutung geschenkt — für mich war es einfach eine weitere beeindruckende Wand an einem fernen Ort.
Doch nach der Erkundungsreise von Manrico und Antonella im Jahr 2024 hat sich etwas verändert. Sie kamen begeistert zurück, mit klareren Informationen und einem spürbaren Funkeln in den Augen. Und da wusste ich: Ich muss dabei sein.
Ich sagte zu — und das Abenteuer begann.

Die Vorbereitung der Expedition war alles andere als einfach: Genehmigungen, Bürokratie, Logistik, Fundraising, Material.
Jeder Schritt brachte eigene Herausforderungen mit sich, doch Stück für Stück fügte sich alles zusammen.

Als wir schließlich in Beira ankamen, der letzten großen Stadt, bevor man die Zivilisation hinter sich lässt, wurde das Gefühl des Unbekannten plötzlich real.
Nach den letzten Einkäufen beluden wir die Jeeps und machten uns auf den Weg nach Dzembe — ein kleines Dorf, eingebettet in unberührte Natur.
Dort trafen wir die Stammesoberhäupter, die uns mit einer traditionellen Zeremonie empfingen — ein Ausdruck von Respekt und Verbundenheit, der uns die Erlaubnis gab, die für sie heilige Bergwelt zu betreten.

Unser Basislager schlugen wir rund vierzig Kilometer von Dzembe entfernt auf.
Und schon nach etwa zehn Tagen eröffneten Samuele und ich die erste Route am Berg: O Caminho dos Cogumelos — fast 900 Meter Granit, geprägt von einzigartigen, pilzartigen Formationen.

Jeden Tag kletterten wir ein Stück weiter hinauf und kehrten abends unter einem Himmel voller Sterne ins Basislager zurück.
Nur in der letzten Nacht vor dem Gipfel schliefen wir in der Wand, in unserer Portaledge — umgeben von absoluter Stille, als würde die ganze Bergwelt gemeinsam mit uns atmen.

Als wir schließlich den Gipfel erreichten, breitete sich vor uns ein endloser Horizont aus — ein wildes Mosaik aus Wald und Fels.
Doch die wahre Schönheit Mosambiks zeigte sich in den Tagen danach.

Wir verbrachten Zeit mit den Kindern von Dzembe und bauten für sie eine kleine Kletterwand auf. Zwei vierte Klassen beim Klettern zu sehen — mit Augen voller Neugier und breiten, ehrlichen Lächeln — war ein Moment, den ich niemals vergessen werde.
Bei dieser Begegnung, wie auch beim Fest im Dorf, spürte ich eine echte Verbindung zwischen unserer Gruppe und der lokalen Gemeinschaft.
Zum ersten Mal dachte ich: Vielleicht tun wir hier nicht nur etwas für uns. Vielleicht geben wir auch etwas zurück.

In den letzten Tagen, mit etwas Zeit übrig, entschieden wir uns, noch eine weitere Route zu eröffnen — an dem Berg, den die Einheimischen Montagha filho nennen.
Ich hatte die Linie entdeckt, als wir die Kinder beim Klettern begleiteten.

Im Gegensatz zur ersten Route, bei der wir einer logischen Linie entlang der Schwächen im Fels folgten, wollten wir diesmal die Schönheit der Wand und die Eleganz der Bewegungen in den Vordergrund stellen: steiler, technischer, direkter.
Und die Wand schenkte uns genau das.

So entstand Templo dos Macacos — kürzer, aber steiler und anspruchsvoller, ein kleines Juwel, benannt nach all den Affen, die uns während der Eröffnung und der freien Begehung begleiteten.
Es war der perfekte Abschluss der Expedition — eine Route, die spontan entstanden ist, aus Instinkt und purer Freude am Klettern.

Bevor wir abreisten, wollten wir der Gemeinschaft von Dzembe noch etwas zurückgeben: Solarpanels, Batterien, einen Generator, ein Beleuchtungssystem und einiges mehr.
Vielleicht kleine Gesten — aber getragen von Dankbarkeit und dem Bewusstsein, dass unsere Anwesenheit einen positiven Einfluss haben könnte.

Als wir das Basislager zum letzten Mal abbauten, konnte ich meinen Blick kaum vom Phandambiri lösen.
Ich bin überzeugt, dass dieser Berg noch viel zu erzählen hat.
Ein Ort, der darauf wartet, weiter entdeckt zu werden — bereit, neue Linien, neue Geschichten und neue Abenteuer für diejenigen zu inspirieren, die nach uns kommen.